19.-21.06.2026, Halle/Saale
Hansestadt im Schatten Leipzigs
Leitung: Dr. Andrea Clemens, Dr. Ortwin Pelc
Im Hinblick auf sein besonderes bauliches Erbe wird Halle an der Saale vielfach mit seiner Vergangenheit in der preußischen Provinz in Verbindung gebracht. Prägend waren jedoch noch ganz andere Phasen der städtischen Existenz gewesen. Eine im Hochmittelalter gegenüber dem Erzbistum Magdeburg gewonnene Eigenständigkeit endete 1478, als Erzbischof Ernst von Magdeburg die Stadt erobern und nahezu vollständig in die Macht- und Verwaltungsstrukturen des Erzstifts integrieren ließ. Für die zeitweilige Emanzipation der Stadtgemeinde von ihrem Stadtherrn war die wirtschaftliche Bedeutung der hier betriebenen Salzgewinnung, die bis in vorgeschichtliche Zeiten zurückreichte, wesentlich gewesen – was die inneren Verhältnisse allerdings unausgewogen und die Innung der Salzsieder, der „Pfänner“, in der Politik der Stadt dominierend werden ließ. Immerhin hatte Halle über viele Jahrzehnte zum Städtebund der Hanse gehört und im mittelalterlichen Fernhandel eine wichtige Rolle gespielt. Zu betrachten ist, insbesondere im Hinblick auf die benachbarte Messe-, Wissenschafts- und Buchstadt Leipzig, wie sich diese Entwicklung innerhalb der – immer stärker auch territorial geprägten – Städtelandschaft darstellte.
