Leitung: Dr. Annegret Möhlenkamp
Noch Mitte April 1945 fiel ein Drittel der Stadt den Bomben zum Opfer. Bis 1989 änderte sich der Umgang mit der verbliebenen Substanz mehrfach. Nach der Phase eines traditionellen Wiederaufbaus kam es zum Beschluss zur Errichtung eines neuen „sozialistischen Stadtzentrums“. Die Ruine des Stadtschlosses mit vielen noch tragfähigen Mauern wurde 1959 abgerissen, ebenso 1968 die Garnisonkirche, auf deren Areal ein Rechenzentrum entstand. Dort, wo das Stadtschloss gestanden hatte, wurde Ende der 80er Jahre mit einem großen Theaterneubau begonnen. Noch zu Zeiten der DDR setzte allerdings ein Umdenken ein; in der finanziellen Not kam es jedoch kaum zum Handeln. Nach der Wende wurde beschlossen, sich wieder dem historischen Bild der Potsdamer Mitte anzunähern. Dank privater Spenden konnte die Fassade des ehemaligen Stadtschlosses, das nun den Landtag aufnahm, im barocken Stil neu erstellt werden. Der Rohbau des Theaters war bereits 1991 abgerissen worden. Um die Fragen, ob, wieweit und warum man Geschichte im Stadtbild wieder sichtbar machen sollte, inwieweit auch zu Lasten zwischenzeitlich entstandener Zeugnisse, wurde und wird teils heftig gestritten.